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Rohölpreis und Dollarkurs im Ausblick für 2017

von Jürgen Doetsch sen. 01 / 2017

Welche Tankstellenpreise sind 2017 zu erwarten Die OPEC hat Anfang Dezember entschieden ab Januar 2017 die Rohölmengen zu reduzieren. Dieser Reduzierung haben sich auch andere nicht OPEC-Staaten, allen voran Russland, angeschlossen.

In der Folge hat sich der Rohölpreis an den Börsen im Dezember 2016 bei ca. 55 Dollar das Barrel (159 l) stabilisiert. Gleichzeitig ist der Dollar gegenüber dem Euro stärker geworden, da die amerikanische Zentralbank entschieden hat, den Zins anzuheben. Die europäische Zentralbank hingegen flutet nach wie vor die Märkte mit Geld, sodass der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verliert.

In den nächsten Monaten wird der Markt beobachten, ob die OPEC und Russland tatsächlich die Förderkürzung zu 100 Prozent umsetzen. In der Vergangenheit wurden beschlossene Förderkürzungen der OPEC meist nur zu 70 bis 80 Prozent umgesetzt. Zum anderen bleibt abzuwarten, wie die amerikanische Frackingindustrie auf einen höheren Ölpreis reagiert. Im Dezember zeichnete sich bereits ab, dass mehr Frackingquellen aufgeschaltet werden und somit die amerikanische Rohölproduktion wieder steigen könnte. Zudem gilt es, die Rohölproduktion in Libyen und Nigeria im Blick zu behalten, da diese beiden Länder keine Förderkürzungen vornehmen müssen.

Für 2017 ist ein Rohölpreis zu erwarten, der zwischen 40 und 60 Dollar liegen wird. Ein Preis von 60 Dollar ist realistisch, wenn die OPEC und Russland die Produktion tatsächlich in nennenswertem Umfang reduzieren. Sollten diese Kürzungen kommen, bleiben die Fördermengen aus Libyen und Nigeria und die Frackingindustrie in den USA eine unbekannte Größe. Experten erwarten, dass bei einem höheren Ölpreis die Aktivitäten der Frackingproduzenten wieder steigen. Sollte der OPEC keine oder nur eine unzureichende Mengenreduzierung gelingen und der Markt weiterhin überversorgt bleiben, so sind Preise Richtung 40 Dollar nicht ausgeschlossen. Die weltweite Nachfrage nach Rohöl sollte nicht über Plan wachsen, so dass von der Nachfrageseite keine Überraschungen zu erwarten sind.

Der Euro sollte gegenüber dem Dollar weiter an Wert verlieren und ein paritätischer Wechselkurs von einem Euro zu einem Dollar ist in 2017 durchaus möglich. Da Rohöl in Dollar bezahlt wird, würde ein Wechselkurs von 1:1 die Einstandspreise für Rohöl für uns Europäer um rund 2 Cent verteuern. Wenn der Rohölpreis vom heutigen Preis um 10 Dollar nach oben oder unten abweicht, so bewirkt dies eine Preisveränderung an der Zapfsäule von rund 5 Cent je Liter.

Bei einem Rohölpreis von 40 Dollar würden die Tankstellenpreise für Super E5 bei 1,25 bis 1,27 Euro und für Diesel bei 1,05 bis 1,07 Euro liegen. Bei 60 Dollar liegt der Tankstellenpreis bei 1,41 bis 1,42 Euro für Super E5 und für Diesel bei 1,21 bis 1,23 Euro. Das heißt, die Tankstellenpreise für 2017 sind in dieser großen Bandbreite zu erwarten.

Folglich erwarten wir für 2017 einen durchschnittlichen Tankstellenpreis, der irgendwo zwischen dem Tankstellenpreisniveau des Jahres 2016 und dem des Jahres 2015 liegen könnte. Die positive Nachricht ist, dass dieses Preisniveau immer noch attraktiv für die Kunden ist, wenn wir daran denken, dass wir 2013 und 2014 noch Super E5 Preise von 1,50 bis 1,60 Euro bzw. Dieselpreise von 1,30 bis 1,40 Euro hatten. Im Wahljahr ist auch nicht mit Mineralölsteuer- oder Mehrwertsteuererhöhungen zu rechnen. Nach 2017 gilt diese Aussage allerdings nicht mehr.

Auch die Endverbraucherpreise für Heizöl sollten unter diesen Aspekten in 2017 irgendwo zwischen 54 und 71Cent für eine 3.000-Liter-Partie liegen.

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